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Erste Erfahrungen mit dem Garmin Monterra – ein “Déjà-vu”

Endlich ist es da: Das neue Garmin-Monterra und natürlich musste ich dieses umgehend mal live testen. Hier einige ersten Eindrücke, basierend auf der Firmware-Version 2.20

Erster Eindruck nach dem Auspacken

Da neue Gerät in der Grösse des Garmin Montana, aber mit dem brillanten Display des Oregon 6×0, nur eben grössser: 5 x 9 cm. Die Hardware gibt aus meiner Sicht keinen Anlass zur Kritik, abgesehen vom Strombedarf. Das Gerät ist gross, das ist der Preis für das grosse Display und lässt sich mit dem mitgelieferten Akku oder 3 AA-Batterien/Akkus betrieben.

Die Gehäusescheibe soll sehr robust sein wie beim Oregon 6×0, hier werden aber trotzdem Schutzfolien direkt mitgeliefert.

Ich habe schon sehr lange Garmin Geräte besessen und genutzt, beginnenden mit dem eTrex Summit (gibts schon lange nicht mehr) und ausser beim ersten Gerät habe ich für die Bedienung nie das Handbuch benötigt, ev. mal etwas spezielles nachgeschaut aber sonst nicht. Beim Monterra benötigte ich das Handbuch auch nicht, aber der Start verlief eher etwas mühsam verglichen mit den Vorgängergeräten. Die Ursache liegt darin, dass das Monterra das Betriebssystem Android nutzt, mit dem ich nicht vertraut war. Aber nach einer Stunde  auf dem Sofa kam ich damit soweit zurecht.

Und hier schon das erste Kaufkriterium aus meiner Sicht: Android. Wer mit dem Begriff nichts anfangen kann oder nur weiss, dass Android auf dem Handy installiert ist, der wird mit dem Monterra seine Mühe haben.Denn dank Android und der WLAN-Fähigkeit des GPS kann man diverse Anwendungen (“Apps”) installieren und nutzen – und diese müssen nichts mit dem GPS zu tun haben. Verschiedenste Apps sind bereits vorinstalliert. Und wer diese nutzen möchte, kommt um einen kostenlosen Google-Account nicht herum.

Wer mit mit Android vertraut ist und Spass hat, mit verschiedensten Apps zu arbeiten, bereit ist das Gerät seinen Wünschen entsprechend zu konfigurieren etc. der bekommt mit dem Monterra-GPS ein Gerät mit viel Potential. Gegenüber dem Smartphone kann es zwar nicht telefonieren, ist aber dafür voll outdoor-tauglich. Auch der Firmware-Update direkt übers WLAN ist nützlich, denn Garmin muss auch bei diesem GPS noch einiges Nachbessern – und einige Fehler sind mir bekannt von anderen Geräten – daher ein “Déjà-vu”. Es erstaunt mich wirklich, dass die gleichen Fehler, nachdem diese auf anderen Geräten behoben wurden auf einem neuen Gerät wieder auftauchen.

Gibt’s bei Garmin keine Checkliste mit den (manchmal sogar mehrfach) aufgetretenen Fehlern, die man vor der Auslieferung eine Firmware-Version durchgehen kann?

Was ich aber sagen muss: Nachdem die Benutzersprache auf Englisch umgestellt war (siehe unten), funktioniert das Gerät gut auf meiner rund 4 h Tour draussen. Kein Absturz und der Cache wurde präzise angegangen und problemlos gefunden. Mein Eindruck war, dass ich mehr Klicken musste für gewisse Funktionen, das kann man mit Konfigurieren sicher noch optimieren. Die wichtigsten Funktionen sind sehr ähnlich wie auf den anderen Geräten, so dass man sich hier meist gut zurecht findet.

Einige Erfahrungen nach einem Tag mit dem Monterra

  • Mit “Deutsch” als Benutzersprache funktionierte z.B. die Geocaching-Funktion (“App”) nicht, resp. sie beendete sich sofort wieder. Nach dem umstellen auf “Englisch” funktionierte es. Das erste “Déjà-vu”: Dieses Problem gab’s auch mal bei einer der ersten Firmwareversionen des Oregon 6×0.
    Update 18.12.2013: Mit neuer Version 1.16 behoben (Installation: Einstellungen –> SYSTEM –> Über den Monterra –> System-Updates), danke an Crystalskull)
  • Ich bin privat Mac-Nutzer: Das angeschlossene Monterra erscheint nicht wie andere GPS als USB-Device. Um auf die Daten zu zu greifen und z.B. GPX-Files zu laden, musste ich zuerst die kostenlose Software “Android File Transfer” installieren. Das Browser-Plugin muss man auch aktualisieren (aktuell  4.1.0.0), dann kann man wie gewohnt einzelne Caches laden.
  • Das Monterra wird (auf dem Mac) von Garmin Express und dem Garmin Webupdater nicht erkannt, dafür aber von Garmin BaseCamp.
  • Es gab/gibt scheinbar Probleme mit der Topo Schweiz V3 und dem Monterra. Ich habe von Garmin eine SD-Karte mit einer Notiz “konvertiert” erhalten. Ev. ist scheinbar eine Lösung gefunden worden. Sowohl die Vektor-Karte als auch die Rasterkarte funktionieren auf meinem Gerät. Hingegen fand ich nirgend die “Schattierung”-Einstellung so dass diese immer aktiv war und die Karte verdunkelt und damit die Lesbarkeit verschlechtert.
    Update: Kann man deaktivieren unter Karteneinstellung –>  Gelände ein/aus
  • Positiv finde ich es, dass man die Routing-Funktionen (z.B. Wechsel von “Direktroutig” und “Auf der Strasse”) direkt aus dem Kartenmenu vornehmen kann.
  • Und wieder ein “Déjà-vu”: Beim Routing nach Luftlinie wird die Linie angezeigt, diese verändert sich aber nicht, wenn man sich bewegt (sieht man auch auf einem Foto).
    Udpate 18. Dez. 2013: Behoben mit System-Software Version 2.20
  • Die Helligkeitsverstellung des Displays ist nicht so direkt zugänglich wie beim Oregon etc. Auch habe ich die Möglichkeit nicht gefunden, die Gerätetasten selber zu konfigurieren, was man durch ein- oder zweimaliges Drücken für Funktionen aufrufen möchte. Ich nutze diese auf dem Oregon sehr und vermisse diese auf dem Monterra (oder nicht gefunden)
  • Beim Oregon kann man die Karte unter der “Pin-Nadel” verschieben, was je nach dem zum finden eines Punktes einfacher ist als direktes Tippen, das scheint beim Monterra nicht zu gehen.
  • Es fehlt die Funktion zum drahtlosen Übertragen von Wegpunkten zwischen verschiedenen GPS-Geräten
  • Das Monterra hat einen UV-Sensor, der UV-Index lässt sich anzeigen. Gedacht zum Schutz vor übermässiger Sonneneinstrahlung konnten wir diesen bei bewölktem Winterwetter nicht direkt testen. Aber mit der UV-Lampe, die man als Cacher ja dabei hat, konnten wie “Sonne” spielen und der UV-Index stieg markant 😉
  • Die Kamera (siehe Beispielbild) lässt zusätzliche Einstellmöglichkeiten zu, auch eine Panorama-Aufnahme ist direkt möglich.Eine der vorinstallierten Apps ist zudem ein Barcode/QR-Code-Reader, was nützlich sein kann.
  • Nett: Integrierter MP3-Player und Radio. Wobei mich die Audio-Qualität verglichen mit dem Radio des iPod-Nano (für beide Geräte wurde der gleich Kopfhörer benutzt) etwas enttäuscht hat.
  • Unten finden sich noch einige Bilder von Unterwegs. Nur ein Foto wurde mit dem Monterra gemacht.
  • Ein “Screenshot” des Monterra lässt sich wie folgt machen: Gleichzeitig die [Ein-/Ausschalt]-Taste und die [Lautstärke verringern] -Taste drücken. Das Bild im PNG-Format findet sich dann unter /Pictures/Screenshots
  • Es scheint so, als aktuell nur 22 verschiedene Karten angezeigt und benutzt werden können. Installiert man weitere, erscheinen diese nicht. Lösung: Nicht benutzte (z.B. Demo von Birdseye, etc.) löschen.

Mein Wunsch

Die Hardware des Monterra mit der (ausgereiften) Software des Oregon 6×0. So kann man vor allem den tollen Display nutzen. Nicht alle GPS-Nutzer benötigen die grosse Funktionalität, welche das Monterra bietet. Ev. hält so auch die Batterie/Akku deutlich länger.

Hast Du auch Erfahrungen mit dem Monterra?

Fügt Eure Erfahrungen mit dem Monterra doch hier in den Kommentaren an – ev. sind ja nicht alles Fehler sondern ich habe die Funktion (und weitere Fehler)  nicht gefunden (wie war das mit dem “…Wald vor lauter Bäumen…”?)

Andere Geocaching-Icons: auch fürs Oregon und eTrex Touch

Es gab sie schon für ältere Garmin-GPS. Ich nutzte sie schon auf meinem 60csx, auf dem Oregon 300 und dem Montana: Eigene Geocaching-Icons, die meiner Meinung nach besser erkennbar sind und jenen auf Geocaching.com entsprechen. Dies besonders wegen dem weissen Hintergrund.

Die Icons funktionieren auch auf dem Oregon 6xx/7xx und dem etrex Touch

customicons2customicons1

 

customicons3Vorgehen zur Installation:

1) Untenstehende Datei “CustomGeocacheIcons.zip” herunterladen und entzippen
2) Die Dateien in den Order …/Garmin/CustomSymbols  im GPS kopieren
3) Neustart  des GPS – fertig!

Wieder Entfernen?
1) Dateien aus dem Order CustomSymbols löschen.

Download:

CustomGeocacheIcons.zip

 

 

(Danke an dfx, dass ich die Icons hier zum Download anbieten kann)

 

 

Mit der Säge ans Oregon 600/650: erste mechanische Anpassung

carabinerclip-jpg

Der originale Karabiner-Clip

Beim neuen Orgeon 600/650 ist es sehr praktisch, dass man die Akkus direkt im Gerät laden kann. Somit gibt es nur noch wenig Gründe, den Batteriefachdeckel abzunehmen. Das einzige was man regelmässig tun muss, ist das USB-Kabel einzustecken: Für den Datentransfer (z.B. Caches zu speichern) oder eben die Akkus zu laden.

Doch hier kommt nun etwas in die Quere: Der Karabiner-Clip.

Dieser ist so lange, dass er verhindert, den USB-Stecker ins Gerät einzustecken. Und jedes mal den Clip zu entfernen möchte ich nicht. Also habe ich den Clip mit der Säge gekürzt und mit der Feile wieder schön gerundet. (Dank Zugang zu unserer Firmenwerkstatt mit Bandsäge und Schleifband ging das bei mir in weniger als 5 Minuten).

Den Schnitt durchgeführt habe ich ca. 2 mm unterhalb der Nocken, der den Clip einrastet. Somit sitzt der Clip gleich fest wie vorher. Entfernen kann kann ich ihn einfach durch Anheben am Ende mit Daumen uns Zeigefinger.

karabinerclipv2-jpg

Oregon 6×0 mit gekürztem Karabiner-Clip

 

GizzmoVest für Oregon 600/650 – das Heavy-Duty Case

Auch dieses Zubehör für das Oregon 600/650 ist jetzt erhältlich. Die GizzmoVest-Hülle.

Die eindrücklichen Videos von Garmin was die Robustheit angeht, sind zwar eindrücklich. Aber sicher ist sicher. Der schockabsorbierende Schaumstoff verkraftet gröbere Stösse, macht das Gerät noch griffiger und der Rand um das Display schützt alleine durch die Höhe von ca. 8 mm.

Öffnungen auf der Rückseite ermöglichen den Anschluss des USB-Kabels beim 650 den Gebrauch der Kamera und Taschenlampe/Blitz. Der  Gürtelclip bietet zusätzlich Befestigungsmöglichkeit. Mitgeliefert wird auch eine Hand-Schlaufe, ca. 50 cm lang, mit Kunststoffkarabiner.

Erhältlich in den Farben schwarz und braun/”Coffee”

 

Genauigkeitsmessung Oregon 650 mit Firmware 2.8

Nach Feierabend bei Dämmerung noch einen Wartungs-Spaziergang zu einem meiner Caches gemacht. Dabei wollte ich auch mein Oregon 650 mal auf Genauigkeit und die angeblich “Verzögerung” bei der Anzeige hin untersuchen.

Ausgangslage:

  • Oregon 650 mit Firmware-Version 2.8.
  • Gerät war vor der Messung ca. 30 Min. draussen in Betrieb.
  • Nur GPS aktiviert, kein GLOSNAS, kein EGNOS
  • klarer Abendhimmel mit guter Rundumsicht

Vorgehen:

  • Zuhause im FPDF-Datenviewer  einen Vermessungspunkt auf der Strecke gesucht, der auf cm genau vermessen ist und als Ziel (Wegpunkt) im Gerät definiert.
  • Wir liefen dann im Wandertempo ca. 30 Minuten zum Vermessungspunkt, dabei das GPS mehrheitlich in der Hand gehalten.
  • 10 m vor dem Cache meldete das Gerät “Ankunft am Ziel” (das ist normal und ok, da das GPS ja kurz vor erreichen des Zieles schon informieren will).
  • Als ich auf dem klar ersichtlichen Vermessungspunkt stand (siehe auch Foto), sofort die “Distanz zum Ziel” abgelesen und Screenshot gemacht (siehe Foto).
  • Dann weiter zum Cache und nach 20 min auf dem Rückweg nochmals von der anderen Seite her zum Vermessungspunkt gelaufen. Nochmals sofort als ich auf dem Punkt stand die angezeigte “Distanz zum Ziel” abgelesen und Screenshot gemacht.

Resultat:

Bei Ankunft am als Ziel definierten Vermessungspunkt zeigte das Oregon 650 noch 1-2 m an, bei einer GPS-Genauigkeit von 4-5 m

Das Ganze müsste man nun mit einem Vermessungspunkt an heiklerer Lage (Schlucht, dichter Wald machen), aber für die erste Messung bin ich zufrieden.

Trennbares Umhängeband für Oregon 600/650 und Montana

Beim Garmin Montana hat mich keine der fertigen Umhängeband-Lösungen zufrieden gestellt.

Darum habe ich, resp. meine Ehefrau, ein eigenes Umhängeband realisiert. Dazu hat sie ein bestehendes “Lanyard” umgenäht. Mein Wunsch: Das Umhängeband soll trennbar sein. Einerseits wenn man das GPS ohne Band nutzen möchte, zum anderen weil ich das Umhängeband auch hin und wieder in die Waschmaschine werfen möchte (wie man auf dem Foto sieht, ist dies wieder einmal notwendig).

Das Ergebnis war (und ist immer noch) folgende:

Meine Frau – hatte damals noch folgende Idee: Auf dem am Gerät befestigten Band-Teil hat sie ein Reflexband aufgenäht. Dies erhöht meine Sicherheit. Ich leuchte nun im Dunkel so, dass man mich mit einem Nachtcache-Reflektor verwechseln kann. Andererseits meinte sie, dass ich ein verlorenes Gerät so auch besser wiederfinden würde, besonders in der Nacht (Bereits einmal hat mir ein Gebüschzweig unbemerkt im Dunkel das GPS am Band aus der Jackentasche gezogen und ich suchte dann doch einige Zeit.)

Für das neue Oregon 600/650 hat mein Freund “Zweirad” nun die Idee adaptiert – selbst ist der Mann!

Hier sein Werk:

Lasst Euch inspirieren. Und wenn Ihr Euch nicht an die Nähmaschine wagt, kennt ihr sicher jemanden der das für Euch übernehmen kann.

Mann, bist Du dick! Eine Begegnung im Tessin.

20130106_MonteCarasso_013

Die Wetterprognose sagte für den Dreikönigs-Tag 2013 Hochnebel in der Deutschschweiz voraus. Für das Tessin hingegen Sonne und warme Temperaturen. Die Entscheidung fiel darum nicht schwer zu einem Ausflug in den Süden. Mit einem GA macht man spontan solche Dinge. Ziel war auf einer Wanderung Sonne tanken – trotzdem lud ich schnell eine Pocket Query auf mein GPS.

Früh morgens um 7 Uhr fuhren wir los. Die Zugfahrt genossen wir mit Lesen, Musikhören oder auch noch etwas Schlafen. Dann begann unsere Bergwanderung auf den Berg oberhalb Monte Carasso. Wie versprochen erwartete uns blauer Himmel, Temperaturen bis ca. 18 °C (auf über 1000 müM!), kleinere Mückenschwärme und am Nachmittag sahen wir sogar eine Eidechse (nicht im Winterschlaf, sie lief über die sonnengewärmten Steine).

Im abgelegenen Bergdorf Mornera entdeckten wir einige hundert Meter auseinander zwei “unbedoste” Lost-Places: Früher einmal waren dies “geschützte Kommunikationsstationen”, aber infolge des technischen Fortschrittes und Sparmassnahmen wurden diese aufgegeben. Seht selber: 😉

20130106_MonteCarasso_001 Lost Place: Ehemalige "geschützte Kommunikationsstation" :-)

 

20130106_MonteCarasso_017Dann, den rund 1000 Höhenmeter hinunter ins Tal, machten wir noch einen kurzen Abstecher zu folgendem Cache “Castagni monumentali 09 – Marn” (Marn heisst das Bergdorf in der Nähe). Einer Serie von Caches, die zu sehr mächtigen Kastanienbäumen  im Tessin führt. Und die sind wirklich beeindrucken (siehe Foto). Die von uns besuchte Kastanie lebt noch, macht noch Triebe, wenn auch der Stamm auf der einen Seite verfault und damit hohl ist. Dieser Baum ist wirklich “dick”, dass darf man hier sicher sagen! Lobend zu erwähnen ist, dass der Cache-Owner den Cache absichtlich deutlich abseits des mächtigen Kastanienbaumes platziert hat, um diesen vor “Suchaktionen” zu schützen und dies auch noch im Listing erwähnt. Wobei die Koordinaten sehr präzise sind und wir 1 m weg vom Nullpunkt fündig wurden. Eine dichte Box, ohne Plastiksack und entsprechend ohne “Nachgemschmack” – so soll es sein!

Der Abstieg auf einem schönen, wenn auch steinigen tessiner Wanderweg ging in die Knie. Kurz vor dem Besteigen des Intercity zurück in die Deutschschweiz schnappten wir uns im Bahnhof Kaffee und Tee und genossen dann die gemütliche Rückfahrt in der Bahn. Als wir bei Göschenen aus dem Gotthardtunnel fuhren, erwartet uns der Nebel, aber die gesunde Farbe in unseren Gesichtern mochte er nicht zu vertreiben.

Ein sonniger Tag mit einem schönen Cache – was will man mehr?

 

P.S. Nachdenklich gemacht hat mich dann am Abend ein Artikel in der Online-Ausgabe meiner Tageszeitung:

Im Tessin gab es die mildeste Januarnacht seit Messbeginn

Nachdem der Samstag dem Tessin frühlingshaften Temperaturen von bis zu 23,7 Grad gebracht hatte, erlebten die Tessiner noch die mildeste Nacht seit 1959. In Locarno fiel das Quecksilber nicht unter 14,5 Grad.

Quelle: www.tagesanzeiger.ch, 6. Januar 2013

 

Kennst Du die Kropfensteins? Ich auch nicht, habe aber ihre Burg besucht.

Auf einem sonnigen Spaziergang am Weihnachtstag kamen wir am Cache Burgruine Kropfenstein vorbei. Sie liegt bei Waltensburg in Graubünden, oberhalb des Vorderrheins.

Ein kurzer Abstecher vom Wanderweg und da war sie: Eine spannende Burgruine, welche wie ein Schwalbennest an eine Felswand gebaut wurde. Der Zugang ist nur über einen schmalen, ausgesetzten Pfad möglich. Dieser ist jedoch mit Geländern sowie Ketten gesichert. Trotz Schnee konnte ich mit etwas Vorsicht in die Burgruine gelangen.  Es ist immer wieder spannend, wo mich das Geocaching hinführt!

Unten noch einige meiner Fotos der Ruine Kropfenstein. Mehr Infos in der Wikipedia

Von aussen kann man diese nur von der anderen Talseite her gut sehen, darum hier ein Bild aus Wikimedia:

Quelle: Wikimedia

Warum ich Lost Place-Caches mag: Erholsame Cache-Kurzferien in und um Dresden

“Lost Places”: Orte die verlassen sind oder nicht mehr genutzt werden. Den Begriff “Lost Place” gibt es im Englischen gar nicht. Er hat sich bei uns aber als pseudoenglisches Wort so etabliert. Korrekt sollte man sagen „abandoned place”. Dafür gibts bei Geocaching.com auch ein eigenes Attribut: 

Vor Jahren schon habe ich “Lost Places” durchs Geocaching entdeckt und sie faszinieren mich seither. Was ist der Reiz von solchen maroden Orten, an denen meist der Zahn der Zeit nagt? Orte, welche nicht mehr gepflegt aussehen und die eben nicht nur  Geocacher, sondern unter anderem auch Sprayer, Vandalen und Schrottdiebe anziehen, welche die Orte dann meist beschädigt oder verändert  hinterlassen?
Warum suche ich solche Plätze auf, mache mich dabei schmutzig, trage Arbeitshandschuhe und muss dauernd aufpassen, dass ich mich an herumliegenden Scherben, fehlenden Geländern oder abstehenden Stahlträgern nicht verletze? Ich, der es eigentlich gerne ordentlich und sauber hat?
Diese Fragen stellte ich mir – wenn auch nur kurz – als ich kürzlich 4 Tage Kurzurlaub im Grossraum Dresden verbrachte. Schon einmal war ich für eine ganze Woche in der Region und gönnte mir ebenfalls im Herbst eine Woche Lost-Place-Cache-Ferien. Da ich damals schon eine tolle Woche verbrachte und in der Zwischenzeit weitere LP-Caches eröffnet wurden, zog es uns schon seit längerem wieder hier hin.
Die Planung begann schon vor Monaten: Datum fixieren, Zug reservieren, Unterkünfte buchen. Das Ganze vorgegeben durch eine Liste mit wenigen sorgfältig ausgewählten Caches, die wir besuchen wollten. Ein Schreck folgte dabei dem anderen: verschiedene Caches, die wir ganz oben auf der Liste hatten, wurden archiviert. So z.B. 7grad. Mehrmals überarbeiteten wir die Planung, bis es nach langer Vorfreude es los ging. Wir besuchten 2 Lost Place-Caches pro Tag, jeder davon beschäftigte und begeisterte uns während mehreren Stunden. Zwei Stadt-Mikros kamen einfach noch dazu, da wir auf dem Weg ins Restaurant unmittelbar davor standen – einen Umweg hätten wir für diese nicht gemacht.
Aber Cachen ist nicht alles und so gehörte eine wenn auch nur kurzen Besichtigung von Dresden zusammen mit feinen Abendessen nach den intensiven Cache-Tagen auch dazu und weil ja Ferien waren, schlief ich immer auch genug. Die vier Tage waren für mich wieder absolut toll, abenteuerhaft und trotzdem entspannend – den speziellen Lost Place-Caches sei Dank.
Was ist also der Reiz für mich an LostPlace-Caches?
Wie auch sonst bei guten Geocaches, lerne ich Orte und Geschichten kennen, die mir sonst verborgen geblieben wären. Und gerade bei LostPlaces stecken ja immer spannende Geschichten dahinter, gerade auch im ehemaligen Ostdeutschland. Geschichte wird für mich lebendiger wenn ich vor Ort bin. Und die Caches zeigen an, in, um und unter den Gebäuden meist auch Stellen, die man sonst nicht entdeckt hätte. Und solche Orte gibt es bei uns in der Schweiz eben fast keine.
LP-Caches sind oft auch in eine spannende Geschichte eingebettet. Diese zieht sich im Idealfall vom Listing über die Stationen bis zum Final durch. Geschichten in die man Eintauchen kann und die Atmosphäre der Location miteinbeziehen.  An solchen Orten hat ein Owner auch viel mehr Möglichkeit für Verstecke, Installationen und andere Überraschungen. So manche Stage zauberte uns ein Lächeln und “Wow-Effekt” ins Gesicht. Aber auch Denkfalten, wenn wir unterwegs Aufgaben lösen mussten, die sich wohltuend von irgendwelchen Abzählstationen abhoben.
Die Gefahr die meist von solchen Orten ausgeht und denen man sich bewusst sein muss, zwingen mich zur Konzentration. Der höhere Adrenalin-Spiegel, die Konzentration auf die Geschichte und Aufgaben sowie die Atomsphäre helfen mir, vom Alltag weitgehend abzuschalten – so richtiges Ferien-Feeling eben. Es waren nur vier Tage, aber mir kam es vor, als sei ich eine Woche weg gewesen.
Und hier – trotz der Begeisterung – noch wichtige Hinweise aus meiner Sicht:
  • Lost Places bergen meist Gefahren, die deutlich höher sind als bei den meisten anderen Caches. Zudem übernimmt man selber die Verantwortung und kann nicht jemanden anderes dafür verantwortlich machen, wenn etwas passiert. Darum gehören für mich auch Kinder nicht an solche Orte.
  • Ich weiss, dass ich oft “overdressed” bin, aber ich war schon mehrmals froh, trug ich Arbeitshandschuhe, Schuhe mit festen Sohlen und  manchmal auch einen Helm. Auch als Brillenträger ist man eher davor geschützt, dass “etwas ins Auge” geht. Darum gehe ich auch nicht alleine auf Lost Places und Aussenstehende wissen, wo ich wann etwa bin.
  • Alle oder keiner: Wenn jemand bei uns im Team sein Veto einlegt, wird abgebrochen, nicht weiter gesucht – ohne Diskussion. Sicherheit ist oberstes Gebot.
  • Bei Lost Places gilt dasselbe wie auch an anderen vergleichbaren Orten:
    Take nothing but pictures, leave nothing but footprints
    Frei übersetzt: Nimm nichts mit außer Fotos und hinterlasse nichts außer Fußabdrücken. So einfach und trotzdem gibt es auch unter Geocachern solche, die das anderes sehen, sich entsprechend verhalten und damit Caches und unsere Community in Verruf bringen.
  • Es gibt noch weitere, auch rechtliche Aspekte. Wer sich dafür interessiert wird im Web fündig und auch in den Cache-Listings findet man die meist entsprechenden Infos.

Ich bedanke mich an dieser Stelle besonders einmal auch bei allen umsichtigen LP-Cache-Ownern, die uns solche Erlebnisse ermöglichen.

Unten einige wenige Fotos von mehreren hundert, welche in unserem Kurzurlaub entstanden sind.

Irgendwo in der Schweizer Alpen: Ein Berg, ein Bunker und ein neuer Cache entsteht.

Irgendwo in den schweizer Alpen. Auf 2500 m über Meer und wunderbarem Panorama, drei Stunden Wanderung vom Talgrund entfernt. Offene, aber enge Schiessscharten, dahinter ein langer dunkler Gang. Was sich wohl dahinter verbirgt?

Im kommenden Podcast (September 2012) erfahrt ihr mehr darüber und wie dort ein Cache entstanden ist.

Was ich hier schon mal verrate: Es ist definitiv kein “Drive in”…

 

Update 16. Sept. 2012: Der Podcast ist publiziert.